Flaschenschiffmuseum

Willkommen zu einer Sammlung von Flaschenschiffen und Schiffsmodellen mitten in Ærøskøbing. Vom 27. Juni – 30. August 2026 geöffnet

Im Herzen von Ærøskøbing

Sind Sie in der Sommersaison in Ærøskøbing und neugierig auf die maritime Handwerkskunst, dann ist Flaschen-Peters Sammlung von Flaschenschiffen und Schiffsmodellen genau das Richtige.

Die Sammlungen sind im ehemaligen Armenhaus von Ærøskøbing ausgestellt und befinden sich dort seit 1943. Flaschen-Peter (1873–1960) schuf mehr als 1.700 Flaschenschiffe und 50 große Modellschiffe.

Die Sammlung von Flaschen-Peter ist saisonal geöffnet im Zeitraum vom 27. Juni bis zum 30. August 2026. Wir freuen uns darauf, Sie im Jahr 2026 zu sehen.

Schiffe in Flaschen und Vitrinen

Flaschen-Peter war äußerst produktiv und baute über 1.700 Flaschenschiffe, 50 Schiffsmodelle und etwa 70 Zigarrenkisten. In der Smedegade können Sie Hunderte davon entdecken.

Alle Flaschenschiffe sind unterschiedlich und zeugen jeweils von Fingerfertigkeit, Geschick, Sinn für Details und Proportionen. Flaschen-Peter benötigte im Durchschnitt 2½ Tage, um ein Flaschenschiff fertigzustellen. Dafür brauchte er eine Flasche, eine Schere, ein Taschenmesser, ein Stück Holz, weißen Nähfaden, eine Nadel, Kitt, Farbe, Draht und eine selbstgemachte Ahle.

Schiffe in Zigarrenkisten

In der Sammlung können Sie unter anderem Flaschen aus Alaska, Singapur, Shanghai und London sehen. Es gibt kleine, große, dicke, dünne, runde und langhalsige Flaschen. Dazu gehören kantige Whiskyflaschen, grünliche Likörflaschen, eine chinesische Bierflasche und eine russische Wodkaflasche. Es gibt Flaschen in Form eines Clowns, eines Papageis und eines Schweins – alle konnten als Rahmen für die kleinen Kunstwerke dienen.

Während des Zweiten Weltkriegs fehlten Peter jedoch Flaschen, sodass er stattdessen Schiffsmodelle in Zigarrenkisten baute. Mehrere davon sind in der Sammlung in Ærøskøbing zu sehen.

Der Seemann Peter

Peter Jacobsen (Flaschen-Peter) wurde am 29. September 1873 in Kalundborg geboren. Er verlor seine Mutter im Alter von acht Jahren, und der Vater stand allein mit zwei kleinen Kindern da. Der Vater war Leuchtturmwärter am Gisseløre Leuchtturm und verdiente zudem seinen Lebensunterhalt als Fischer. Peter entwickelte schon in jungen Jahren eine enge Beziehung zum Meer und ging lieber mit seinem Vater zum Heringsfang, als zur Schule.

Nach der Schulzeit begann Peter eine Lehre bei der Kalundborg Jernstøberi & Maskinfabrik, doch diese dauerte nur kurz. Peters Vater starb leider in jungen Jahren, und nach dessen Tod ging Peter im Alter von 16 Jahren, im Jahr 1889, zur See und heuerte an – zunächst auf einem Thurø-Schoner und in den folgenden 7–8 Jahren auf norwegischen Segelschiffen.

Dort an Bord eines norwegischen Segelschiffs traf Peter einen finnischen Seemann, der ihm die alte Seemannskunst beibrachte: ein Schiff in einer Flasche zu bauen. Dieses Interesse begleitete Peter sein ganzes Leben. Flaschen-Peter (1873–1960) baute in den folgenden 70 Jahren mehr als 1.700 Flaschenschiffe und 50 große Modellschiffe.

Die sieben Weltmeere

Im Jahr 1898 kehrte Peter nach Dänemark zurück. Er ging an Land und erlernte die Kochkunst im Hotel „Kongen af Danmark“ in Kopenhagen. Nach Abschluss seiner Ausbildung ging er erneut zur See, zunächst als Koch und später als Oberkellner. Er segelte mit Segelschiffen vieler verschiedener Nationen auf den sieben Weltmeeren, und überall, wo er unterwegs war, pflegte er sein Hobby, Flaschenschiffe herzustellen.

In England lernte er May kennen, und sie heirateten 1903. Nach der Hochzeit hörte Peter mit den langen Seereisen auf, und das Ehepaar lebte zunächst in England, dann in Deutschland und anschließend wieder in England.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg zog die Familie nach Grenå. Peter arbeitete unter anderem als Fischer, Koch und Arbeiter. Er baute ein kleines Haus, in dem er seine Flaschenschiffe ausstellte.

Nach und nach wurde die Sammlung bekannt, und Peter reiste in verschiedene Städte, um Ausstellungen mit seinen Flaschenschiffen zu veranstalten. Er erhielt mehrere Angebote, die Sammlung zu verkaufen, doch er wollte seine Flaschenschiffe lieber einem Museum oder einer Stadt schenken, die ihm und seiner Frau lebenslanges Wohnrecht gewähren würde.

Die Sammlung kommt nach Ærøskøbing

Im Jahr 1941 kam Peter in Kontakt mit dem Fremdenverkehrsverein von Ærøskøbing und Umgebung, der ihn an die Gemeinde verwies. Bald wurde eine Vereinbarung getroffen, und 1942 konnten Flaske-Peter und May in das alte Armenhaus in der Smedegade einziehen.

Am 22. April 1943 wurde die Ausstellung offiziell eröffnet. Im Alter von 70 Jahren ging Peters großer Wunsch, seine Sammlung in einem Museum unterzubringen, endlich in Erfüllung.

Im Jahr 1960 starb Peter im Alter von 86 Jahren. Er ist auf dem Friedhof von Ærøskøbing begraben. Bereits 1946 ließ Peter – mit Hilfe eines Maurermeisters – ein Grabkreuz mit sieben Flaschenschiffen anfertigen, die die sieben Weltmeere symbolisieren, auf denen er in seiner Jugend gesegelt war. Es war sein Wunsch, dass dieses Kreuz auf seinem Grab stehen sollte, doch heute ist es im Museum ausgestellt.

Ein Teil von Museum Sydfyn

Die Flaschenschiffe und die übrigen ausgestellten Gegenstände waren über viele Jahre Teil der Sammlung des Ærø Museums. Im Jahr 2015 übernahm der Verein „Flaschen- Peters Mindestue“ die Gebäude in der Smedegade 22. In den folgenden zehn Jahren leistete der Verein einen großen Einsatz für den Erhalt des Museums und restaurierte zudem das ikonische gelbe Gebäude. Im Jahr 2025 hat der Verein „Flaschen- Peters Mindestue“ die Gebäude sowie den Betrieb des Museums in der Smedegade an Museum Sydfyn übergeben.